Des Kaisers alte Kleider- Prefab Sprout

Veröffentlicht in Uncategorized mit Tags , , , am November 9, 2009 von lebowski2

Gerade lese ich mir das formidable „Don’t believe the Hype“ von Sky Nonhoff über die am meisten überschätzten Alben der Rockgeschichte durch. In diesem kleinen Schatzkästlein kriegen sie alle ihr Fett weg: Bono (natürlich!), Madonna, die Beatles, die Allman Brothers und the Grateful Dead (hart aber nicht unberechtigt), Herbert Grönemeyer (natürlich, aber alleine ihn in diesen Band aufzunehmen ist eigentlich schon eine Frechheit), Neil Young, Van+Jim Morrison, Bruce Springsteen, the Rolling Stones und noch diverse andere.
Lassen Sie sich nicht durch die lausige Bewertung bei Amazon abschrecken. Auch mir hat es weh getan als die Grateful Dead und die Allman Brothers durch den Kakao gezogen wurden, aber es hat auch etwas Befreiendes. Sie werden Sie sich zukünftig nicht mehr die zwanzigminütigen Gitarrenfrickeleien von Jerry Garcia schönlügen, die tatsächlich nur eins sind: langweilig und nur im Drogenrausch zu ertragen.
Falls Sie Deutschlehrer sind, setzen dieses Buch im Unterricht ein. Die Glossen sind nämlich nicht nur inhaltlich sondern auch stilistisch brillant. Ersparen Sie Ihren Schülern Hermann Hesses „Steppenwolf“(don’t believe the Hype!, Sch..buch) und geben Sie Ihnen Nonhoff, denn das wird den Kiddies die dümmliche Heiligenverehrung -die in der Pop-Musik noch schlimmer wütet als in der Katholischen Kirche- austreiben. Überhaupt ist es hohe Kunst, wie Nonhoff und Co-Autoren die versteckten, dumpfen Aversionen, die man früher hatte, in glasklarer Sprache auf Papier bringen, zB Jim Morrison:

Der offenbar von schweren Impotenzängsten geplagte Profilneurotiker lieferte den Vers-Baukasten für mehrere Generationen von Teen-Lyrikern, die der Welt schon immer das eine oder andere dunkeldräuende Wörtchen ansagen wollten: Mit ein bisschen malerischen Nocturne, Tier- und Traumsymbolik, Kristallschiffen (auch bei Bernd Clüver gern genommen) Mahlströmen, Kreuzigung und Auferstehung lässt sich noch heute jederzeit ein faszinierend retardierter Seeleneinblick tischlern, und mit ein wenig Nudel-Poetry a la Morrison („Ich opfere meinen Schwanz auf dem Altar des Schweigens“) verwandelt sich auch das von Möbel Brünninghaus eingerichtete Jugendzimmer in einen rauschtrunkenen Außenposten der Beat-Generation.

Seien wir mal ehrlich. Das hätte wir uns früher nie getraut. Etwas gegen Jim Morrson zu sagen war genauso gefährlich wie heutzutage öffentlich über den Propheten M. herzuziehen.
Wenn Freunde früher besoffen im Bordstein lagerten und ein paar Textzeilen von „The end“ zum Besten gaben. Das hatte was: Tiefe , Weltschmerz und den ganzen Sch… . Das war eine ganz andere Liga als der besoffene Proll, der über Gastarbeiter herzog.
Wie auch immer!
Durch diese Lektüre ermutigt und gestählt, bin ich bereit, eine heilige Kuh zu schlachten, die bei mir schon seit einiger Zeit mental herumläuft: Prefab Sprout!

Kennen Sie nicht? Tja, damit stehen Sie jetzt als Ignorant da. Denn um in der Pop-Szene als Kenner dazustehen, müssen Sie auf jeder Party steif und fest behaupten, dass beste Album der Achtziger war „Steve McQueen“ von Prefab Sprout. Diesen Quatsch hatte ich so oft gehört, dass ich vor zwei Jahren die Nerven verloren habe und mir die Scheibe für billig Geld holte. Und ab damit in den CD-Player. Es ging ganz ordentlich los mit „Faron Young“. Auch „Bonny“ im Anschluss war ein nettes Liebeslied. An die restliche Songs kann ich mich nicht erinnern, aber sie schrammten allesamt haarscharf am Kitsch vorbei. Das alles hörte sich nett an, mehr aber auch nicht.
Das sollte die beste Scheibe der Achtziger gewesen sein? Ich wollte es nicht glauben, aber immerhin wäre es möglich. Denn die Achtziger hatten fast nur grauenvolle Musik zu bieten und es könnte natürlich sein, dass diese Seicht-Pop-Scheibe der musikalische Höhepunkt war, quasi die Einäugige unter den Blinden. Aber nein! Beim genaueren Überlegen fiel mir dann doch die eine oder andere Scheibe ein, die „Steve McQueen“ locker in der Schatten stellte, zB „Infidels“ von Dylan oder „No method, no guru, no teacher“ von Van the Man. Völlig unmöglich, dass es sich bei diesem Werk um den musikalischen Orgasmus der Achtziger handelt!
Jetzt bin ich am Rätseln, wer diesen hanebüchenen Unsinn in die Welt gesetzt hat. Meine Theorie ist folgende:
irgendwo in den Redaktionsräumen der Musik-Illustrierten sitzt der Papst unter den Musikkritikern. Sein Wort ist Gesetz. Der Reich-Ranicki des Pop-Journalismus. Der Mann kann Karrieren starten und wieder zerstören. Keiner unter den Musikkritikern widersetzt sich seinem Verdikt. Was er schreibt, schreiben andere Musikkritiker in abgewandelter Form ab. Irgendwann aus einer Bierlaune heraus, kam dieser Mann auf die Idee, eine völlig unbedeutende, mittelmäßige Pop-Combo in den Rang von musikalischen Genies zu erheben, um zu sehen wie weit sein Einfluss reicht. (Jimi Hendrix hat ja auch oft absichtlich Sch.. gespielt. Den Leuten wars egal, sie haben ihn trotzdem angehimmelt. Hurz!)
Als er sich am nächsten Tag die Rezensions-CDs anschaute fiel die Wahl für sein Projekt zufällig auf besagte Prefab Sprout. Also schrieb jener Kritiker eine hymnische Eloge auf diese Band. Die anderen Kritiker dachten wahrscheinlich erst, dass ihr Kollege wahnsinnig geworden sei. Aber man steht dann doch nur ungern als Ignorant da.
Also ging man auf Nummer sicher und verfasste ebenfalls brav die anstehenden Lobeshymnen auf „Steve McQueen“. Und zack war eine Legende geboren. Und Prefab-Sprout Sänger Paddy Mac Aloon steht in einer Reihe mit den letzten musikalischen Wahnsinnsgenies vom Range eines Scott Walker oder Brian Wilson wie letztens in der „Konkret“ keck behauptet wurde. (Andererseits stimmt es natürlich, denn keine Sau hört Walker und Wilson heutzutage noch). Jetzt hat eben jener Paddy MacAloon sein Song-Archiv durchforstet und aus alten Songs eine neue Scheibe zusammengestellt: „Let’s change the world with music“. Hören Sie selbst! Wenn das ein Meisterwerk ist, dann bin ich Ludwig van Beethoven. Nee, das ist Pop-Gedudel.

Algerischer Hiphop

Veröffentlicht in Uncategorized am November 5, 2009 von lebowski2

Sehr schöner algerischer Hiphop:

Kleiner Teufel Fatima

Veröffentlicht in Uncategorized am November 1, 2009 von lebowski2

In der deutschen Provinz hat eine Theatergruppe einem Theaterstück den falschen Namen gegeben. Aus „kleiner Teufel Eberhard“ wurde „kleiner Teufel Fatima“. Daraufhin war eine (!) muslimische Familie beleidigt. Den Rest der Story kann man erahnen.

Die Lammersdorfer Theatermacher fielen aus allen Wolken und Lothar Berger versichert: «Zu keiner Zeit war es unsere Absicht, Andersgläubige zu beleidigen. Wir bedauern zutiefst, die Gefühle anderer verletzt zu haben und entschuldigen uns aufrichtig!»

Das hat zur Folge, dass jetzt am 12. und 13. sowie am 19. und 20. Dezember doch der «kleine Teufel Eberhard» über die Bühne wirbeln wird.

Leser Jack kommentiert dazu:

Wie wir gerade erfahren haben, ist heute in der chinesischen Provinz Guangdong 9:15 Ortszeit ein Sack Reis umgefallen. Die Ursache ist bislang völlig unklar. Die Finanzmärkte reagierten auf dieses Ereignis mit Bestürzung. Der Hang Seng hat mittlerweile 1,5 % abgegeben, auch die anderen asiatischen Börsen notieren im Minus.

Der Hersteller des Reissackes erklärte, daß es absolut unmöglich ist, daß ein Sack Reis von allein umfällt, da die Konstruktion 100%ig kippsicher sei. Daher vermutet der chinesische Landwirtschaftsminister Kuuh Dung Agenten des japanischen Geheimdienstes hinter der Aktion, um die chinesische Landwirtschaft zu schwächen. Japans Ministerpräsident Koizumi hat soeben diese Vorwürfe mit aller Schärfe zurückgewiesen und China vor einer Eskalation gewarnt.

Historiker sind sich noch nicht klar in der Bewertung dieses Ereignisses. Sie streiten noch darüber, ob es in der chinesischen Geschichte jemals einen solch einschneidenden Moment gegeben hat.

Landwirtschaftsexperten sind sich einig, daß das Ganze nicht passiert wäre, hätte es in diesem Jahr eine Mißernte gegeben.

Leider liegen uns zur Zeit noch keine Bilder aus der Krisenregion vor. Wir werden Sie an dieser Stelle umgehend informieren, sobald neue Nachrichten zu diesem Thema eingehen.

Gesund durch Wachstum

Veröffentlicht in Uncategorized am Oktober 31, 2009 von lebowski2

Und das ist, gelinde gesagt, kurios. Politik soll versuchen, das menschliche Wohlbefinden zu steigern: Darauf können sich sicher alle Debattenteilnehmer einigen. Wenn dem aber so ist, dann ist Wirtschaftswachstum nicht alles. Aber ohne Wirtschaftswachstum ist alles nichts.

Quelle

Klimagipfel

Veröffentlicht in Uncategorized am Oktober 30, 2009 von lebowski2

Die Kanzlerin mag erschöpft sein von den Koalitionsverhandlungen, in denen um jeden Euro gefeilscht wurde. Sie mag an die Milliarden denken, die sie irgendwo für die Steuersenkungen der FDP herholen muss. Ihr dürfte noch schwindlig sein von den gigantischen Hilfspaketen, mit denen sie im vergangenen Jahr Banken und Großunternehmen gerettet hat. Doch für die Rettung des Planeten soll nun kein Geld mehr übrig sein? Will sie wirklich wie bei einem perfiden Pokerspiel erst in allerletzter Sekunde eine Zahl für die Klimahilfen nennen, um möglichst viel Geld zu sparen – zu sparen daran, dass der Planet für Menschen einigermaßen wirtlich bleibt?

Sorry, Kids, wir haben alles Geld in die Banken versenkt, nun schwitzt auch noch schön dabei, die Schulden zurückzuzahlen – ist das Merkels Botschaft an den Nachwuchs?

Quelle

So lamentiert Christian Schwägerl im Stil von Gudrun Pausewang auf SPON über die Weigerung von Merkel, Geld für den Klimaschutz rauszurücken. Es geht um nichts weniger als die Rettung unseres Planeten. Ja nee, iss klar! Blöderweise ist Merkel nicht von unserem Planeten zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Und mittlerweile hat sogar Merkel begriffen, dass jedes finanzielle Engagement für den Klimaschutz ein Wettbewerbsnachteil für die deutsche Industrie ist. Und deswegen wird Merkels Einsatz für den Klimaschutz zukünftig in Form von Sonntagsreden stattfinden.
Was Schwägerl außerdem jenseits allem blödsinnigen moralischen Lamento nicht begriffen hat, ist, dass in kapitalistischen Wirtschaftssystemen Umweltschutz immer eine Gewinneroption ist.
Man muss durch Wirtschaftswachstum – und da Wirtschaftswachstum immer mit Umweltzerstörung einhergeht- also durch Umweltzerstörung immer das Geld erwirtschaften, mit dem man den Umweltschutz finanziert. Man finanziert Umweltschutz durch Umweltzerstörung.
Erst ein Wirtschaftssystem ohne Wachstumszwang, dass sich an den Bedarf der Menschen orientiert, kann wirksamen Umweltschutz praktizieren, und zwar dadurch, dass die Umwelt nicht mehr geschützt zu werden braucht, weil sie durch die reduzierte Wirtschaftstätigkeit nicht mehr bedroht ist.

Postdemokratie

Veröffentlicht in Uncategorized am Oktober 30, 2009 von lebowski2

Die eigene Verblödung wird uns indes langsam unheimlich. Es geschieht so vieles in der Demokratie, was uns Unbehagen, Angst bereitet. Und an allen Orten gibt es auch defensive Impulse, Widerstand, Einspruch. Aber vor der letzten Konsequenz, dies alles zusammen zu denken und es zu beschreiben nicht als Schwächen in einem System, sondern als schleichenden Systemwechsel, das Wechseln zu einem System, in dem die Banken systemrelevant sind und nicht die Bürger, dazu fehlt uns der Mut. Das würde vielleicht auf den vernichtenden Satz hinauslaufen: Das Projekt einer demokratischen Gesellschaft ist kurz davor zu scheitern.

Nirgendwo als in Zeiten „wichtiger“ Wahlen wird uns so sehr bewusst, wie mittendrin wir in diesem Scheitern sind. Verblüffend ist nicht, wovon in diesem Wahlkampf die Rede ist, verblüffend ist, worüber Parteien, Staat und Gesellschaft übereingekommen sind, nicht zu reden. Wir scheinen uns damit abgefunden zu haben, dass wir „Demokratie spielen“ müssen, damit niemand die Erosion des Systems bemerkt, wir selber am wenigsten.

Quelle

Nichts Neues im Bundestag

Veröffentlicht in Uncategorized am Oktober 27, 2009 von lebowski2

Alterspräsident und Nebenjob-König Heinz Riesenhuber leitete die erste Sitzung des Bundestags. Der wiedergewählte Bundestagspräsident Norbert Lammert ritt eine heftige Attacke auf die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, weil die das parlamentarische Elend nicht übertragen wollten, sondern statt dessen mit Soaps und Talkshows weiter mit Hochdruck an der Verblödung des deutschen Volkskörper arbeiten und nebenbei auch noch Kohle mit Werbung kassieren. Denn, let’s face it, bei Live-Übertragungen von Sitzungen des deutschen Bundestags geht die Einschaltquote doch deutlich zurück. So etwas will der Pöbel nicht sehen.
Und in der neuen Regierung ist nicht mehr wichtig, was hinten rauskommt (Birne), sondern dass überhaupt noch abgekackt wird (Pispers).

Kritik und Kritik

Veröffentlicht in Uncategorized am Oktober 26, 2009 von lebowski2

An diesen Artikel lässt sich schön der Unterschied zwischen der Türken- und Araber-Kritik eines Sarrazin und berechtigter Kritik an Leuten aus diesen Kulturkreis aufzeigen. Dort die Verachtung eines Emporkömmlings Sarrazin für Menschen, die er für ökonomisch überflüssig hält, weil sie im Schweiße ihres Angesichts ihr Geld verdienen. Hier die muslimischen Jugendgangs, die ganze Stadtviertel terrorisieren und sich an Schwächere vergreifen, die sich für diese Stadtviertel einsetzen.
Die Kritik an diesen Nachwuchsgangstern, die oft genug auch die Religion zur Legitimation ihres Handelns heranziehen, hat mit der blödsinnigen Kritik Sarrazins an Kopftuchmädchen und Gemüsehändlern nichts zu tun.

Glanzpunkte im Kabinett: Jung und Schäuble

Veröffentlicht in Uncategorized am Oktober 25, 2009 von lebowski2

Deutsche Finanzminister waren schon immer eine Nummer für sich. Wer erinnert sich nicht noch gerne an Hans Eichel. Der Mann behauptete 2003 allen Ernstes bis zur Bundestagswahl, dass Deutschland die EU-Schuldengrenze nicht reißen werde. 80 Millionen Bundesbürger wußten es besser. Jetzt hat Eichel einen kongenialen Nachfolger: Wolfgang Schäuble. Der wartet mit der doch überraschenden Neuigkeit auf, dass Deutschland in den nächsten Jahren mit enorm hohen Schulden zu kämpfen haben werde. Wer hätte es gedacht! Schön ist in diesem Zusammenhang die Formulierung vom „Weg in den Schuldenstaat“, so als ob wir gerade am Anfang dieses Weges sind und nicht die Mauer, die das Ende dieses Weges markiert, schon direkt vor unserer Nase stünde.
Die spannende Frage ist doch eigentlich nur, ob wir schon in dieser oder erst in der nächsten Legislaturperiode gegen diese Wand laufen.
Wenn es in dieser passiert, könnte es sein, dass einige der Leute, die über Null Sachverstand verfügen, aber sich an den ministeriellen Futtertrögen nochmal satt fressen wollen, richtig Ärger kriegen.
Was macht eine ausgewiesene Doppelnull wie Franz-Josef Jung mit der Lizenz zum Versagen als Chef im Arbeitsministerium. Ein Konzept zur Verringerung der Arbeitslosigkeit hat Jung genausowenig wie Mickey Krause Ahnung von Zwölftonmusik. Was passiert, wenn sich in dem anschwellenden Arbeitslosenheer nicht mehr nur die bei Media-Markt einkaufenden Prolls befinden, sondern auch die Arbeiteraristokratie und der Mittelstand, die immer dachten, mit dem Unterschichtenpöbel würde man auf alle Zeit nichts zu tun haben.
Die irrtümlicherweise geglaubt haben, dass wer einen Job sucht auch einen findet. Diese Leuten kann man nicht so leicht Sch.. erzählen und denen muss Jung ein paar gute Antworten abliefern, wie es weitergehen soll. Und damit dürfte der Mann dann doch ein wenig überfordert sein.

Das Bejubeln der Blase

Veröffentlicht in Uncategorized am Oktober 25, 2009 von lebowski2

Was passiert, wenn man sich nicht mal mehr ansatzweise ein Wirtschaftssystem jenseits des kapitalistischen vorstellen kann, zeigt dieser schöne Artikel bei der „Zeit“ , wo das Aufpumpen der nächsten Blase als notwendiges Übel begrüßt wird.

Es ist schon richtig: Die großzügige Liquiditätsversorgung nährt die nächste Blase – und es gibt Marktsegmente, in denen Preise bereits nichts mehr mit der ökonomischen Realität zu tun haben. Allerdings brauchen wir diese Blase derzeit. Durch sie nimmt die Wirtschaft wieder Fahrt auf, wegen ihr bleiben gefährdete Jobs erhalten. Wer jetzt die Notenbanken auffordert, das überschüssige Geld einzusammeln, der nimmt in Kauf, dass die Arbeitslosigkeit dramatisch steigt.

Natürlich ist es ein Irrglaube anzunehmen, dass Bernanke, Weber, Schäuble (oder wer auch immer) die überflüssige Liquidität wieder aufwischen, sobald die Wirtschaft in Fahrt kommt, denn die Liquidität dient nicht mehr dem „Anschieben“ der Wirtschaft, die dann ohne das billige Geld weiterläuft, die billige Liquidität ist der Treibstoff, ohne den sich die Wirtschaft gar nicht mehr bewegt. Von daher ist alles Gerede von ausgeglichenen Haushalten dummes Geschwätz. Wirtschaftliche Depression oder ein Finanzsystemn wie das in Zimbabwe sind momentan die Alternativen.