Proziganische Zustände

Veröffentlicht in Uncategorized am Februar 7, 2010 von lebowski2

Drei Zigeuner

Drei Zigeuner fand ich einmal
Liegen an einer Weide,
Als mein Fuhrwerk mit müder Qual
Schlich durch sandige Heide.

Hielt der eine für sich allein
In den Händen die Fiedel,
Spielt’, umglüht vom Abendschein,
Sich ein lustiges Liedel.

Hielt der zweite die Pfeif’ im Mund,
Blickte nach seinem Rauche,
Froh, als ob er vom Erdenrund
Nichts zum Glücke mehr brauche.

Und der dritte behaglich schlief,
Und sein Zymbal am Baum hing;
Über die Saiten der Windhauch lief,
Über sein Herz ein Traum ging.

An die Kleidern trugen die drei
Löcher und bunte Flicken;
Aber sie boten trotzig frei
Spott den Erdengeschicken.

Dreifach haben sie mir gezeigt,
Wenn das Leben uns nachtet,
Wie man’s verschläft, verraucht, vergeigt,
Und es dreifach verachtet.

Nach den Zigeunern lange noch
Mußt ich schaun im Weiterfahren,
Nach den Gesichtern dunkelbraun,
nach den schwarzlockigen Haaren.

Nikolaus Lenau (1802-1850) [pseudonym] , “Die drei Zigeuner”, aus Gedichte: Drittes Buch, in Gestalten

Hannah Arendt über die Arbeit

Veröffentlicht in Uncategorized am Januar 14, 2010 von lebowski2

»So mag es scheinen, als würde hier durch den technischen Fortschritt nur das verwirklicht,
wovon alle Generationen des Menschengeschlechts nur träumten, ohne es jedoch leisten zu
können. Die Neuzeit hat im siebzehnten Jahrhundert damit begonnen, theoretisch die Arbeit zu verherrlichen und sie hat zu Beginn unseres Jahrhunderts damit geendet, die Gesellschaft im Ganzen in eine Arbeitsgesellschaft zu verwandeln. Die Erfüllung des uralten Traums trifft wie in der Erfüllung von
Märchenwünschen auf eine Konstellation, in der der erträumte Segen sich als Fluch auswirkt.
Denn es ist ja eine Arbeitsgesellschaft, die von den Fesseln der Arbeit befreit werden soll, und
diese Gesellschaft kennt kaum noch vom Hörensagen die höheren und sinnvolleren
Tätigkeiten, um derentwillen die Befreiung sich lohnen würde. (…) Was uns bevorsteht, ist
die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige
Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?« (Vita Activa,
Einleitung)

Ja nee Wagner, is klar..

Veröffentlicht in Uncategorized am Januar 6, 2010 von lebowski2

..

Ja, ich verteidige den dänischen Karikaturisten. Eine Karikatur ist keine Axt, kein Dynamit. Eine Karikatur ist eine freie Meinung. Diese Terror-Arschlöcher können mich mal, diese Dumpfbacken.

Quelle
Vor vier Jahren hat sich das noch etwas anders angehört:

Wenn wir sterben,
wollen wir weiterreisen. Als Christ,
als Muslim, als Buddhist – ich will weiterreisen
und nicht verlacht werden wie Mohammed.

Hats etwas gedauert bis Sie mit Ihrer Koks-Nase gerochen haben, aus welcher Richtung der Wind weht?

Wir Öl-Junkies

Veröffentlicht in Uncategorized am Januar 3, 2010 von lebowski2

Ein Freund des Islams bin ich nicht und werde ich auch nicht mehr werden. Liegt wohl daran, dass ich Ideologien und Religionen nicht mag, die mir sagen, was ich zu denken und zu tun habe. Aber solange der Westen enger Verbündeter desjenigen Landes ist, das die aggressivste und repressivste Variante des Islams verbreitet -nämlich Saudi-Arabien- solange sollte man davon abesehen, mit den Finger auf alle Moslems zu zeigen. Unser Problem ist, dass wir Öl-Junkies sind und unseren Dealer nicht in die Pfanne hauen wollen.

Der Jemen gewährt Al-Qaida nicht bereitwillig Zuflucht. Er ist das Opfer einer Ideologie, die aus dem benachbarten Saudi Arabien eingeführt wurde. Bei all unserer Bereitschaft, Schuldige zu finden und schließlich mit Bomben zu antworten sollten wir den anderen Jemen nicht vergessen, der eine der letzten Bastionen des traditionellen, gemäßigten Islam ist. Jemenitische Sufis verbreiten ihre Version des normativen Islam seit Jahrhunderten durch Handel und Reisen. Hunderte von britischen Muslimen haben in tadellosen islamischen Einrichtungen im Jemen studiert. Sie sind nach Großbritannien zurückgekehrt und leiten nun muslimische Gemeinden, deren Geist im Sinne des Sufismus von der Liebe zu allen Menschen, der Hingabe an die Andacht und dem Dienst am Islam geprägt ist.

Quelle

Nahles will..

Veröffentlicht in Uncategorized am Januar 1, 2010 von lebowski2

..Spülung und Entkalkung der SPD. Wieso nicht auch gleich Darmreinigung und Entwurmung?

Die Partei müsse beweisen, dass sie “glaubwürdig ist, einen moralischen Kompass hat und in der Gesellschaft verankert ist”. Die Politikerin stimmt die Sozialdemokraten auf sehr harte Zeiten ein.

Nichts liebe ich mehr als Politiker, die, sobald sie es sich auf einen lukrativen und einflussreichen Posten bequem gemacht haben, andere auf harte Zeiten einstimmen.

Klimapartei NRW-CDU

Veröffentlicht in Uncategorized am Januar 1, 2010 von lebowski2

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir die Heuchelei unserer Regierung auf den Zeiger geht, die sich auf den Klima-Gipfel in Kopenhagen als Weltenretter aufgespielt hat, während man zuhause Wachstumsbeschleunigungsgesetze (hat es schon jemals Wirtschaftswachstum ohne Umweltzerstörung gegeben) beschließt und in NRW Ausnahmegenehmigungen für Kohlekraftwerke erteilt.
Ich erinnere mich noch an den moralisierenden Tonfall von Claus Kleber im heute-journal und der Verbitterung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der endlich nach langem qualvollen Ringen mit sich selbst nicht mehr damit hinterm Berg halten wollte, wer die wahren Schuldigen am Scheitern des Klimagipfels sind: die Amis und die Chinesen. Welche Überraschung!
Immerhin freut es mich zu sehen, dass “Arbeiterführer” Rüttgers die nächste Wahl wohl nicht überleben wird.
Die NRW-CDU ist nämlich gerade dabei, sich selbst zu zerlegen. Verdanken tut sie dies den gleichen Leuten, die auch schon die SPD und die CSU kleingekriegt haben: Karrieristen und BWL-Schnösel, die wissen, dass der schnellste Weg zu einem lukrativen Posten durch die sklerotischen Parteibürokratien führt. Ums Gemeinwohl scheren sich diese Leute traditionell nicht, aber klare Karriereziele haben sie auf jeden Fall. In NRW heißen die Typen Hendrik Wüst und Oliver Wittke, die dafür sorgen, dass die Partei nicht aus den negativen Schlagzeilen rauskommt.
Wüst ist gerade dabei, eine undichte Stelle in der Parteibürokratie abzudichten, aus der immer wieder Informationen darüber herausquellen, was für ein Abgreifer und unfähiger Trottel er ist. Und da Wüst anscheinend keine Spürnase wie Poirot ist, geht er nach der McCarthy-Methode “Schuldig bei Verdacht” vor und entlässt langjährige Mitarbeiter fristlos. Als kleinen Kollateralschaden ramponiert er damit Rüttgers Image als Anwalt des kleine Mannes.

Steinmeiers Afghanistan

Veröffentlicht in Uncategorized am Januar 1, 2010 von lebowski2

Hab im Moment wenig Lust an der Bloggerei.
Trotzdem: Hier ist noch ein interessanter Beitrag bei den Ruhrbaronen über die ehemalige Schröder/Fischer-Regierung und den Afghanistan-Einsatz.

Mit dem militärischen Engagement der Bundeswehr schlug die Bundesregierung zwei Fliegen mit einer Klappe. Anfänglich konnte sie damit die versprochene „uneingeschränkte Solidarität“ zu den USA belegen und später den deutschen Anspruch auf Eigenständigkeit in der Außenpolitik begründen. Weil die Bundeswehr in Afghanistan war, konnte Schröder den „Deutschen Weg“ ausrufen, den Irakkrieg ablehnen und die Bundestagswahl 2002 gewinnen. Steinmeier hat dabei an vorderster Stelle mitgemischt.

Er trägt damit aber auch Verantwortung für den Konstruktionsfehler des militärischen Einsatzes. Von Anfang an verweigerten Schröder und Fischer der Bundeswehr in Afghanistan den klaren Auftrag. Auf keinen Fall sollte es ein Kriegseinsatz sein. Die Entsendung als bewaffnete Brunnenbohrer war von Anfang grotesk.

Make sense, doesn’t it?

Psychedelisches

Veröffentlicht in Uncategorized am Dezember 9, 2009 von lebowski2

Billie Holiday-Strange Fruit

Veröffentlicht in Uncategorized am Dezember 9, 2009 von lebowski2

Strange Fruit
By Lewis Allen (1939); sung by Billie Holiday

Southern trees bear a strange fruit
Blood on the leaves and blood at the roots
Black bodies swingin’ in the southern breeze
Strange fruit hangin’ from the poplar trees

Pastoral scene of the gallant south
The bulging eyes and twisted mouth
Scent of magnolias sweet and fresh
And the sudden smell of burning flesh

Here is the fruit
For the crows to pluck
For the rain to gather
For the wind to suck
For the sun to rot
For the tree to drop

Here is a strange and bitter crop

Yep!

Veröffentlicht in Uncategorized am November 29, 2009 von lebowski2

Damit wird die Handlungsfähigkeit des Staates untergraben. Durch die zunehmende Verschuldung betragen beispielsweise die Zinsausgaben des Bundes im Jahr 2007 etwa 15 Prozent der gesamten Ausgaben des Bundes. Es ist nur auf den Irrsinn eines falschen Geldsystems zurückzuführen, dass die Bundesschuld der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt der Bundesrepublik Deutschland ist. Deshalb gibt es zu einer Reformation des heutigen Geldwesens keine Alternative, wenn wir nicht bald den Weltbankrott an den Finanzmärkten erleben wollen.

Arthur P. Schmidt auf telepolis